Amazonen

Allgemeines zur Art​​​​​

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Amazonen gehören zur Familie der Papageien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Süden von Mexiko und den Karibikinseln bis nach Uruguay und in den Norden Argentiniens. Der Verbreitungsschwerpunkt der Vögel liegt in den tropischen Zonen von Süd- und Mittelamerika. So besiedelt die Amazone unterschiedlichste Lebensräume wie Savannen- und Halbwüstengebiete oder Regenwälder und sogar Trockenwälder und bewaldete Sumpfgebiete.

Die kleinste Art der Amazone ereicht eine Körperlänge von 25 Zentimetern und die größte eine Länge von 45 Zentimetern, somit umfasst die Gattung der Amazone mittelgroße bis große Papageien. Wie alle Papageienvögel haben auch Amazonen einen kräftig gekrümmten Schnabel als Merkmal. Die Amazonenpapageien kennzeichnen sich vor allem durch ihren breit abgerundeten Schwanz und ihre breiten, ebenfalls abgerundeten Flügel aus. Die Augen dieser Art liegen seitlich am Kopf an und sind in der Lage unabhängig voneinander zu arbeiten. Ihr Federkleid ist überwiegend Grün mit roten, blauen oder auch gelben Markierungen am Kopf, an den Schwanzfedern und an den Flügeln.

Die Fressfeinde der Amazonen sind unter anderem Eidechsen, Schlangen und Raubsäuger, wie Tiger und Löwen. Spottdrosseln konkurrieren mit den Amazonenpapageien um Nistplätze. Diese Konkurrenz um die Nistplätze hat einen großen Einfluss auf die Fortpflanzungserfolge der beiden Vogelarten.

Bei der Anschaffung zu beachten


Vor der Anschaffung eines Papageienvogels sind einige Dinge zu beachten. Beispielsweise ein Test auf mögliche Allergien gegen Federn oder Federstaub, damit das Tier nicht bereits kurz nach dem Kauf wieder abgegeben werden muss. Außerdem muss jemand da sein, der sich während der Urlaubsabwesenheit des Besitzers um den Vogel kümmert.
Amazonen sind besonders in den Morgen- und Abendstunden aktiv, in diesem Zeitraum ist die Ruffreudigkeit der Tiere am stärksten ausgeprägt. Ihre Rufe können problemlos durch Wände klingen. Es muss also auf genügend Platz oder eine tolerante Nachbarschft geachtet werden, damit eine langanhaltende Papageienhaltung möglich ist.

Bei Amazonenpapageien existieren keine offensichtlichen Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen, weder im äußeren Erscheinungsbild noch lässt sich bei den Tieren ein geschlechtsspezifisches Verhalten beobachten. Für eine Unterscheidung des Geschlechts werden Blut- oder Federtests durchgeführt. Ein solcher Test ist in jedem Fall sinnvoll. Auch um Verwirrungen vorzubeugen, da beispielsweise bei zwei gemeinsam gehaltenen Weibchen das dominantere Weibchen das Imponierverhalten zeigen wird, welches in der Regel von Männchen in freier Wildbahn gezeigt wird.

Die richtige Haltung


Wie es für die Papageienhaltung üblich ist, gilt auch für die Gattung der Amazonen mindestens Paarhaltung. Denn auch in der freien Wildbahn sind ausgewachsene Amazonen meist paarweise oder in Kleingruppen zu beobachten.
Es handelt sich um anspruchsvoll zu haltende Vögel, denn während der Paarungszeit können sie aggressiv werden. Da die Amazone in diesem Zeitraum ihren Käfig auch mit Bissen verteidigen wird. Aufgrund des kräftigen Schabels kann sie schmerzhaft zubeißen. Während dieser Zeit kann es auch in manchen Fällen dazu kommen, dass der Käfig oder die Voliere nur noch mit Schutzkleidung betreten werden kann. Wenn Amazonen alleine gehalten werden, werden sie während der Brutzeit gegenüber ihrem Besitzer extrem besitzergreifend. Da ihre Werbung bei einem menschlichen Partner erfolglos bleibt, kann dies zu einer geförderten Aggression des Tieres führen.
Wenn der Amazonenpapagei tagsüber in der Wohnung frei umherfliegen kann und nur in der Nacht in einen Käfig kommt, reicht oftmals ein etwas kleinerer. Sollte der Vogel aber auch tagsüber eingesperrt sein, so braucht er eine große Voliere, die dem Tier genügend Möglichkeiten zum Freiflug bietet. In der Voliere sollten auch Äste, Wasserbecken und weiteres Beschäftigungsmaterial wie Taue oder Holzklötze vorhanden sein.
Die Umgebungstemperatur sollte nicht unter zehn Grad Celsius fallen, auch die Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 60% betragen. Ansonsten kann es zu Schäden an den Schleimhäuten der Amazonenpapageien kommen, da die Klimabedingungen in einem solchen Fall nicht mehr den natürlichen Bedingungen des Vogels entsprechen.

Amazonen sind eine Papageienart, die relativ häufig von Menschen gehalten wird. Von diesen ist die wohl beliebteste Art die Blaustirnamazone.

Sorgfältige Erziehung


Damit der Vogel weiß, was er darf und was nicht - wie beispielsweise kräftig zubeißen - muss er konsequent erzogen werden. Dem Vogel kann beigebracht werden, auf Kommandos zu hören. Die Ausbildung ist allerdings zeitaufwendig und erfordert bestenfalls tägliches Training. Allerdings müssen die Kommandos klar definiert sein und von allen Familienangehörigen einheitlich genutzt werden. Wenn das Tier gelobt wird, geschieht dies mit einem lobenden Wort und einem Leckerli. Das Tadeln des Tieres besteht aus einem Wort und einer Strafe. Um den Vogel zu bestrafen, wird er am besten eine Weile ignoriert oder es wird mal der Schnabel festgehalten. Auf keinen Fall sollte der Vogel zur Strafe geschlagen werden.
Bevor die Amazone Tricks erlernt, muss sie die Grunderziehung beherrschen. Danach sollte ein Notprogramm eingeübt werden. Dieses besteht aus zumindest drei Teilen: die Gewöhnung an den Handschuh für eventuelle Notfälle, dem spielerischen Hineingehen in die Transportbox, falls ein Tierarztbesuch notwendig sein sollte, und der Aufnahme von Medizin, entweder in Wasser gelöst oder in einem Brei, den das Tier gern mag.

Die richtige Ernährung


Amazonen neigen dazu zu viel zu fressen, wenn nicht genügend Abwechslung und Beschäftigung vorhanden sind und werden infolge dessen zu dick.
In der Natur ernährt sich die Amazone von verschiedenen Samen und Nüssen, Beeren sowie Früchten, Knospen und auch Blüten. Aufgrund des kräftigen Schnabels ist diese Vogelart sogar in der Lage hartschalige Früchte aufzubrechen. Der Vogel sollte also mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Körnern, Obst und Beeren und Ähnlichem gefüttert werden.
In freier Wildbahn lebend nimmt der Papagei Mineralstoffe durch das Fressen von Erde auf. Deshalb müssen die Amazonenpapageien in Volierenhaltung neben dem Futter auch noch Mineralstoffe bekommen. Außerdem ist immer sauberes Wasser notwendig. Die Trink- und Futternäpfe sowie die Badestellen des Tieres müssen mindestens einmal täglich oder öfter gesäubert werden.

Gefahrenquellen bei der Haltung


Wenn die Tiere frei im Haus umherfliegen, ist zu beachten, dass einige Zimmerpflanzen Vergiftungen bei den Vögeln hervorrufen können. Auf Grund dessen ist es am besten, wenn in den Bereichen der Wohnung, in denen sich die Vögel frei bewegen können, keine giftigen Pflanzen vorhanden sind. Einige Pflanzen, die darunter fallen, sind beispielsweise Alpenveilchen, Erikagewächse, Maiglöckchen, Oleander, Rhododendron, Zimmerfan und Weihnachtsstern.
Auch klare und unverdeckte Fensterscheiben bilden eine Gefahrenquelle, da Fenster von Vögeln vermehrt als eine Öffnung in andere Räumlichkeiten angesehen werden. Deshalb müssen Fensterscheiben als undurchlässige Objekte gekennzeichnet werden, dazu eignen sich Gardinen, Fensterbilder und heruntergelassene Jalousien.
Während der Freiflüge durch die Wohnung suchen Amazonenpapageien oftmals hinter Regalen und in dunklen Ecken nach Nistplätzen. Denn in freier Wildbahn brüten die Tiere in Bäumen und Baumhöhlen.

Die Mauser und Krankheiten


Der Papagei fällt nicht in eine Vollmauser, da sie keine Zugvögel sind. Dasselbe gilt auch für Amazonenpapageien, denn diese Tiere leben in Zonen mit gleichmäßigem Klima. Deshalb besitzen diese Vögel das ganze Jahr über ein schönes und vollständiges Federkleid, da sie den Großteil der Federn im Laufe des Jahres verlieren. Außer sie werden nicht richtig gehalten, dann beginnen die Tiere in einigen Fällen sich selbst die Federn auszurupfen.
Solange die Amazonenpapageien gut gehalten und ernährt werden, sind sie nicht sehr krankheitsanfällig. Dennoch kann es zu Krankheiten kommen, die manchmal sogar im Verlust des Tieres resultieren. Aufgrund dessen sollte der Vogel jeden Tag aufs Neue sehr genau beobachtet werden. Bei den ersten Anzeichen einer Krankheit oder Auffälligkeiten sollte mit dem erkrankten Papagei umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es sollte kein Versuch einer Selbstbehandlung gemacht werden, da dieser meist das genaue Gegenteil erzielt.
Auch Vögel der Familie Papagei neigen in Paarhaltung oder der Haltung in einem Schwarm dazu, nicht zu zeigen, wenn sie krank sind. Es muss also jedes Individuum des Schwarms sorgfältig beobachtet werden, damit ein krankes Tier vom Besitzer bemerkt wird und dementsprechend behandelt werden kann. Die fürsorgliche Beobachtung des eigenen Papagei ist eine Voraussetzung für ein langes Leben mit dem Tier.

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